Simson

Simson

 

Was ist Simson?

Nun, Simson ist nicht nur eine Mopedmarke der ehemaligen DDR, sondern die Marke schlechthin. Im Gegensatz zum Angebot im damaligen Westen gab es im Osten nicht sonderlich viel Auswahl, das war bei Mopeds nicht anders als bei PKW’s. Selbst die Modellvielfalt hält sich schwer in Grenzen, so kann man, von Exoten mal abgesehen, von nur 3 Grundtypen ausgehen.

 

Am bekanntesten ist wohl die Schwalbe, so ein verkleideter Roller im Stil der 60er Jahre.

Dann gab es noch die S50/51, ein klassisches Mokick mit waagerechtem Tank und anschließender Sitzbank. Abschließend gab es noch den SR50, ein Roller im modernerem Outfit.

Grundsätzlich gab es 2 unterschiedliche Motoren, einen Gebläsegekühlten und den moderneren Fahrtwindgekühlten.

 

Alle Modelle sind in weiten Bereichen aus den gleichen Teilen zusammengebaut, so kann man lustig von der einzelnen Schraube bis zu ganzen Baugruppen vieles hin und her tauschen. Klar, ein paar Unterschiede gibt es schon, so passen Verkleidungsteile von ner Schwalbe nur an ne Schwalbe und die kleinen Rollerräder des SR50 auch nicht an Modelle mit großen Rädern.

 

Im Laufe der Jahre wurden die einzelnen Modelle auch immer wieder überarbeitet, Größte Unterschiede liegen hier im bereich der Elektrik und Zündung. Es gab auch einige andere Modelle die aber, was die produzierten Stückzahlen angeht, weit hinter den 3 schon beschriebenen Fahrzeugen zurückstehen.

 

Da wäre zB die komplette Vogelserie zu der neben der Schwalbe auch noch Star, Spatz, Sperber und Habicht gehörten.

 

Dann gibts da noch das Duo, ein Dreirädriges Fahrzeug mit Dach das mal als Versehrtenfahrzeug gedacht war. Ist eigentlich keine Simson, besteht aber zum Großteil aus Teilen aus dem Simsonregal und eine ähnlichkeit zur Schwalbe ist auch nicht von der Hand zu weisen.

 

Eine Besonderheit haben aber alle Modelle gemein. Aufgrund der anderen Gesetzeslage in der ehemaligen DDR dürfen die Dinger obwohl sie als Mokicks gelten 60Km/h schnell fahren (im Gegensatz zu den max. 40 Km/h in der ehemaligen BRD). Man benötigt also auch heute noch „nur” den Führerschein Klasse M und ein Versicherungskennzeichen.

 

Nimmt man nun alles zusammen ergibt sich folgendes:

Wer ein Oldimoped sucht von dem es noch reichlich gibt, bei dem die Ersatzteilversorgung ausgezeichnet ist, sich die Preise für Fahrzeuge und Teile mehr als nur in Grenzen halten, der wird irgendwann unweigerlich über die Simsonmopeds aus Suhl stolpern.

Und nicht nur das, auch wenn jemand überhaupt einen fahrbaren Untersatz braucht und so wenig Geld wie möglich ausgeben will, sollte sich mal bei Simson umschauen.

 

ABER: Man muß bedenken das es sich um ziemlich alte Fahrzeuge handelt. So kann sich ein echtes Schnäppchen für 50 Euro auch schnell als Faß ohne Boden herausstellen.

 

Im Prinzip sind die Dinger zuverlässig und alltagstauglich, aber nur dann wenn man das Fahrzeug einmal richtig und komplett instandsetzt bzw gleich solch ein Modell erwirbt. Verbastelte „Wracks” die nur am Leben erhalten werden sind ewige Baustellen die auch hier und da mal ihren Dienst versagen. Und leider zählen eine Vielzahl der günstig angebotenen Fahrzeuge exakt zu dieser Gruppe...

 

 

Bildquelle: Simson Museum

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